Die Arbeitsgemeinschaft 60plus besteht seit 1994 und ist wegen des demographischen Wandels die mitgliederstärkste AG der SPD.
Unsere Kernthemen müssen selbstverständlich die des Alterns und des Alters sein: Möglichst lange selbständig und eigenverantwortlich wohnen und leben in einer seniorenfreundlichen Kommune, seniorengerechte Erwerbstätigkeit und eine auskömmliche Rente, menschenwürdige Pflege.
Aber die Weichen für die Lebensumstände im Alter werden früher, schon in der Kindheit und Jugend gestellt bei Bildung und Berufswahl, bei der Entscheidung für Kinder und der Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seniorenpolitik kann nur gesamtgesellschaftlich gesehen und gestaltet werden – also mischen wir uns ein, auf allen Politikfeldern.
Es gibt viel zu tun – helft uns, arbeitet mit!
Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.
Edwin F. Schreyer
Kreisvorsitzender
Die Veranstaltung wurde ordnungsgemäß eingeladen und fand am Donnerstag, den 5. Mai 2022 um 15 Uhr im Bürgerhaus am Gadamerplatz in Heidelberg – Bahnstadt statt. Die JHV wurde gemeinsam mit dem Kreisverband Heidelberg und dem Landesvorsitzenden der AG 60plus Rainer Arnold durchgeführt.
Gewählt wurden:
als Vorsitzender: Norbert Theobald (Schwetzingen)
als stellvertretende Vorsitzenden: Anne Oehne-Marquard (Neckargemünd) und Edwin Schreyer (Sandhausen)
als Beisitzer: Dorothea Vogt (Sinsheim), Walter Herberg (Oftersheim), Peter Wirkner (Mühlhausen)
Lothar Quast, im Jahre 1955 in Eschwege geboren, in Münster Rechts- u. Staatswissenschaften studiert und ab 1984 bei der Stadt Mannheim tätig, ist als gebürtiger Westfale zwischenzeitlich ein echter Kurpfälzer geworden.
Als Leiter des Dezernats IV war Lothar Quast innerhalb der Mannheimer Bürgermeisterriege viele Jahre für die Bereiche Bauen und Planung, Infrastruktur und Stadterneuerung, Wohnungsbau und Verkehr sowie Sport verantwortlich.
Neben der Vielzahl weiterer Aufgaben, die geradezu zwangsläufig und ursächlich über die eigentliche Aufgabe hinaus mit dem Amt als Bürgermeister verbunden sind, war und ist er auch sehr stark im regionalen Bereich tätig. Eine Tätigkeit, die er als Vertreter der Stadt Mannheim, dem Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar, ebenso engagiert wie auch sachkundig wahrnahm.
Seit vielen Jahren übte er als Mitglied der SPD-Fraktion in der Verbandsversammlung des Verbandes Region Rhein-Neckar und deren erster stellvertretender Fraktionsvorsitzender eine verantwortungsvolle Tätigkeit innerhalb der Metropolregion aus. Darüber hinaus war er Mitglied im Verwaltungsrat des Verbandes und Sprecher der SPD-Fraktion im Planungsausschuss der Metropolregion.
Seit 1994 beschäftigte er sich in den Gremien des Verbands und seiner Vorgängerorganisationen, unter anderem mit der Ansiedlung von IKEA wie auch der SAP-Arena. Dass auf Spinelli, einem Teil der Grünzugtrasse, vor drei Jahren die Buga stattfinden konnte, zeige, wie sich planerisches Durchhaltevermögen auszahle.
Dies würdigte auch Oberbürgermeister Specht bei der Verleihung der Hermann-Heimerich-Medaille und attestierte dem Mannheimer Sozialdemokraten Haltung, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein über die Stadt Mannheim hinaus, mit einem feinen Gespür für das Machbare.
Neben Lothar Quast wurde auch der ehemalige Direktor Stefan Dallinger und der scheidende Verbandsdirektor Ralph Schlusche mit dieser hohen Auszeichnung gewürdigt, was den Stellenwert dieser Medaille mehr als deutlich macht.
Die SPD Fraktion in der Metropolregion Rhein-Neckar ist stolz auf Lothar Quast und gratuliert ganz herzlich zu dieser besonderen Ehrung!
Liebe Genossin, lieber Genosse,
als Sozialdemokratin bzw. Sozialdemokrat weißt du, dass die gesetzliche Rentenversicherung weit mehr ist als ein Finanzierungssystem. Sie ist Ausdruck von Solidarität, Verlässlichkeit und sozialer Gerechtigkeit – Werte, für die die SPD seit mehr als 160 Jahren steht.
Mit großer Sorge verfolge wir von der AG 60 plus deshalb die Diskussion über eine Abschaffung der abschlagsfreien Altersrente nach 45 Versicherungsjahren.
Wer 45 Jahre oder länger Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, hat über Jahrzehnte Verantwortung übernommen, den Sozialstaat mitfinanziert und einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes geleistet. Viele dieser Menschen haben bereits mit 15 oder 16 Jahren ihre Ausbildung begonnen und jahrzehntelang unter oftmals körperlich oder psychisch belastenden Bedingungen gearbeitet.
Die abschlagsfreie Altersrente nach 45 Versicherungsjahren ist daher kein Privileg, sondern die verdiente Anerkennung einer außergewöhnlich langen Lebensarbeitszeit. Sie steht für das sozialdemokratische Prinzip: Wer mehr leistet und länger einzahlt, muss sich auf die Verlässlichkeit des Sozialstaates verlassen können.
Eine Abschaffung dieser Regelung hätte weitreichende Folgen. Der besondere Status der besonders langjährig Versicherten würde erheblich an Bedeutung verlieren.
Beispiel:
Heute:
Der Unterschied beträgt 144 Euro pro Monat. Damit wird sichtbar, dass zehn zusätzliche Beitragsjahre mit einer höheren Rente honoriert werden.
Würde die abschlagsfreie Altersrente nach 45 Versicherungsjahren abgeschafft und ebenfalls mit Abschlägen belegt, könnte das beispielsweise so aussehen:
Beide Personen erhielten trotz eines Unterschieds von zehn zusätzlichen Beitragsjahren die gleiche monatliche Rente. Damit würde die zusätzliche Lebensleistung von zehn weiteren Arbeits- und Beitragsjahren praktisch nicht mehr finanziell anerkannt.
Daraus lässt sich folgender politischer Schluss ziehen:
Beispiel:
Daraus lässt sich folgender politischer Schluss ziehen:
Wer die abschlagsfreie Altersrente nach 45 Versicherungsjahren abschafft, sendet das Signal, dass zehn zusätzliche Beitragsjahre gegenüber der Altersrente nach 35 Versicherungsjahren kaum noch honoriert werden. Gerade die SPD sollte jedoch dafür stehen, dass Lebensleistung sichtbar anerkannt und nicht nivelliert wird. Zwar unterscheiden sich beide Rentenarten weiterhin rechtlich durch die Abschläge, doch die besondere Anerkennung einer außergewöhnlich langen Erwerbsbiografie würde deutlich geschwächt.
Gerade die SPD hat sich immer dafür eingesetzt, dass Leistung anerkannt und soziale Gerechtigkeit gelebt wird. Es wäre deshalb ein falsches Signal, ausgerechnet diejenigen schlechter zu stellen, die besonders lange gearbeitet, Beiträge gezahlt und unser Rentensystem über Jahrzehnte getragen haben.
Die Grundwerte der SPD – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – verpflichten uns, Menschen nach ihrer Lebensleistung fair zu behandeln. Gerechtigkeit bedeutet, Unterschiede in der
Lebensarbeitszeit anzuerkennen. Solidarität bedeutet, diejenigen nicht im Stich zu lassen, die jahrzehntelang durch ihre Beiträge unser Rentensystem mitgetragen haben. Und Freiheit bedeutet auch, nach einem langen Arbeitsleben den Ruhestand ohne existenzielle Sorgen und ohne finanzielle Einbußen antreten zu können.
Viele Beschäftigte im Handwerk, in der Industrie, in der Pflege, im öffentlichen Dienst, im Verkehrsbereich oder in anderen körperlich und psychisch belastenden Berufen erreichen das
reguläre Rentenalter häufig nur mit großen gesundheitlichen Einschränkungen. Ihnen die Möglichkeit einer abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren zu nehmen, würde dem
Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen widersprechen innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion und im Deutschen Bundestag für den Erhalt der abschlagsfreien Altersrente nach 45
Versicherungsjahren einzusetzen.
Die SPD wird daran gemessen, ob sie auch künftig die Partei bleibt, die für Solidarität, Gerechtigkeit und den Respekt vor der Lebensleistung arbeitender Menschen einsteht. Gerade in
einer Zeit, in der das Vertrauen in die Politik auf dem Prüfstand steht, ist Verlässlichkeit ein hohes Gut. Zusagen gegenüber den Menschen dürfen nicht leichtfertig infrage gestellt werden.
Wir danken dir für deinen Einsatz und hoffe auf eine Unterstützung im Interesse der Millionen Beschäftigten, die über Jahrzehnte unser Land mit ihrer Arbeit aufgebaut haben.
Viele Grüße
Ute May
Landesvorsitzende der SPD AG 60 plus BW