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AG 60plus Rhein-Neckar

60 plus Stuttgart: Historische Flagge entdeckt

(Foto: Dr. Eva Funke)

Ein lange verschollenes Relikt haben Stuttgarter Genossen um Peter Steinhilber entdeckt und ans Stadtmuseum Stuttgart übergeben: Die historische Fahne des "Reichbanners Schwarz-Rot-Gold".

"Beim Umzug einer Genossin ins Pflegeheim kam sie zum Vorschein. Die Farben stehen für die Demokratie- und Freiheitsbestrebungen der Revolution von 1848", erläutert Peter Steinhilber. Der überparteiliche Verband "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" wurde 1924 gegründet. Vorsitzender der Ortsgruppe Stuttgart war der spätere Generalstaatsanwalt und Nazi-Jäger Fritz Bauer. Ziel der Mitglieder war die Verteidigung der Weimarer Republik – zum Teil auch mit Waffen. Nach der Machtergreifung durch Hitler wurde der Reichsbanner-Verband verboten wurde, auch die Mitglieder der Ortsgruppe Stuttgart kamen dadurch in Gefahr. Ein Genosse erinnert sich, dass die Waffen im Neckar versenkt wurden und auch die Fahne verschwinden musste. Mutige Genossen versteckten sie, aber irgendwann landete sie auf dem Dachboden. Erst beim Umzug wurde sie wiederentdeckt.

Mittlerweile ist die Besitzerin leider verstorben. Dass dieses wesentliche Zeugnis für die politische Vielfalt und die liberalen Ströungen in Stuttgart nicht wieder auf irgendeinem Dachboden verschwinden dürfe, davon haben die Stuttgarter Genossen die Nachkommen überzeugt und die Fahne nun dem Stadtmuseum übergeben.

Willy-Brandt-Medaille an Peter Steinhilber verliehen

Am 30.6.2018 hat die Landesvorsitzende Leni Breymaier hier mit Ute Vogt, die Willy Brandt Medaille an Peter Steinhilber verliehen. Dazu gratulieren wir ganz herzlich!

Peter Steinhilber war lange Jahre hauptamtlich beim SPD-landesverband beschäftigt. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand engagiert er sich ehrenamtlich als stellvertretender 60 plus-Landesvorsitzender sowie als Kreisvorsitzender der 60 plus Stuttgart. Dort hat er es gschafft, in 10 Jahren 120 monatlichen Veranstaltungen zu veranstalten. In seiner Ansprache betonte er, dass dies nicht möglich gewesen wäre ohne alle die Referenten, die Gesprächspartner, die Aufklärer und die Anstifter, die mitgeholfen haben jeweils ein aktuelles Thema zu bearbeiten. Ebenso gebühre denjenigen Dank, die gekommen sind, mitdiskutiert und ihr Interesse gezeigt haben. Er ermunterte alle, sich weiter an der eigenen Meinungsbildung zu beteiligen. Das sei der erste Schritt zu einer SPD Erneuerung.
 

Saskia Esken spricht über die Digitalisierung und Teilhabe

In seiner Begrüßung stellte das Landesvorstandsmitglied Norbert Theobald praktische Beispiele in der alltäglichen Nutzung digitaler Teilhabe vor. „Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran und nicht alle halten dabei Schritt“, warnte er. Dieses Thema bewege zunehmend die Menschen im Alltag. „Gerade Ältere, die nicht mit den modernen Geräten und Anwendungen aufgewachsen sind, tun sich schwer“, so Theobald. Hier müsse man helfen und unterstützend arbeiten. Es sei nicht allein Sache der Industrie das Tempo der „digitalen Revolution“ zu bestimmen, der Gesetzgeber müsse hier in vielen Belangen regulierend einschreiten.

Die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken, die auch dem Innenausschuss und der Arbeitsgruppe „Digitale Agenda“ im Deutschen Bundestag angehört, wies anhand einiger Beispiele am Anfang ihres Vortrages darauf hin, dass der digitale Wandel sowohl im privaten als auch im beruflichen Lebensbereich das gesellschaftliche Leben bestimmt. „Digitaler Wandel bedeutet Chancen und Risiken“, so Saskia Esken. Neben den positiven Entwicklungen der Digitalisierung – wie der schnelle Zugang zu den Informationen aus aller Welt, eine wesentliche Entwicklung des investigativen Journalismus und der damit zusammenhängenden Transparenz, - sei auch auf die negativen Folgen des digitalen Zeitalters hingewiesen: Die Spaltung der Gesellschaft durch Desinformationen im Netz, Ausschluss aus der Solidargemeinschaft durch gezielte virtuelle Diskriminierung und Vieles mehr. Die gerechte Verteilung der Nutzerrechte wurde durch die Referentin als sozialdemokratische Aufgabe definiert.