IG-Metall-Chef Michael Unser informiert SPD-Senioren über Digitalisierung
Die Digitalisierung wird zunehmend in unser Leben eingreifen und die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Das ist auch den SPD-Senioren bewusst, und so hat die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus Heilbronn Stadt und Land den Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, Michael Unser, eingeladen, um mehr über die Auswirkungen der Digitalisierung zu erfahren.
Beim Titel „Arbeit und Leben 4.0“ geht es um die gegenwärtige „4. industrielle Revolution“. Bei industriellen Revolutionen geht man davon aus, dass der technologische Fortschritt steigende Produktivität mit sich bringt, aber auch Arbeitsplatzverluste. Es wird prognostiziert, dass 450 000 Arbeitsplätze bis zum Jahr 2025 verloren gehen, aber auch 390 000 neu geschaffen werden. Der digitale Wandel wird das Spektrum der Berufsbilder stärker denn je verändern´, so Unser. Eine abgeschlossene Berufsausbildung sei nicht mehr hinreichend. Es bedürfe laufender Zusatzqualifikationen, „lebenslanges Lernen“ und generell ein höheres Bildungsniveau. „Einfache“ Jobs werden wegrationalisiert, Software-Spezialisten, Robotertechniker und Ingenieure entwickeln immer neue Geräte und Algorithmen.
Da stellt sich, so Unser, die Frage nach sozial und menschenverträglicher Arbeitsgestaltung, nach Gefährdungsbeurteilung und neuen Arbeitsschutzrechten. Technikfolgenabschätzung ist das Gebot der Stunde. Für Gewerkschaften und Betriebsräte ergeben sich ganz neue Herausforderungen, z. B. werden herkömmliche Arbeitszeiten hinfällig. Es gelte vor allem, hochqualifizierte Mitarbeiter zu erreichen und zu sensibilisieren. Die mobile, individualisierte und flexibilisierte Arbeitswelt müsse gemeinsam mit politischer Weichenstellung human bewältigt werden.
Helmut Sauter
Der Tübinger Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann wurde gestern von der Landesgruppe der baden-württembergischen SPD-Abgeordneten im Deutschen Bundestag zum neuen Vorsitzenden gewählt. Rosemann folgt damit auf Katja Mast, die nicht mehr kandidierte. Mast konzentriert sich künftig auf ihre Arbeit als stellvertretende Fraktionsvorsitzende, in der Kommission zur Zukunft der Rente der Bundesregierung sowie in der Lenkungsgruppe „Zukunft der Arbeit“ zur Erneuerung der SPD. „Ich werde den Kurs von Katja Mast fortsetzen und eine starke Stimme für die baden-württembergischen Interessen sein. In der Bundestagsfraktion und gegenüber der Bundesregierung geht es darum, die SPD-Landesgruppe leidenschaftlich zu vertreten“, unterstreicht der neue Vorsitzende der Landesgruppe seine Motivation.
Sieghart Brenner