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AG 60plus Rhein-Neckar

Leni Breymaier erklärt zur bundespolitischen Situation nach den gescheiterten Sondierungsverhandlungen

„Das Scheitern von Jamaika ist nicht nur eine schwere Niederlage für die Kanzlerin, sondern insbesondere auch für die Sondierer aus Baden-Württemberg. Gerade Herr Kretschmann ist ein glühender Vorkämpfer für das öko-neoliberale-Projekt – und mit ihm die ganze grüne Prominenz aus dem Land. Ähnliches gilt auch für Herrn Strobl. Das zeigt: Für Grün-Schwarz werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

SPD-Landesparteitag: Erneuerungsprozess wird fortgesetzt

Die SPD Baden-Württemberg trifft sich am morgigen Samstag zum Landesparteitag in Donaueschingen. Im Mittelpunkt steht dabei die Fortsetzung des Erneuerungsprozesses der SPD in Land und Bund. SPD-Chefin Leni Breymaier: „Wir sind im Zeitplan. Nach dem Bundestagswahlkampf geht es jetzt um die Verfasstheit der Partei.“ Neben der weiteren inhaltlichen, programmatischen und organisatorischen Aufarbeitung der Bundestagswahl geht es in Donaueschingen vor allem um die inneren Strukturen der Landes-SPD sowie um die Vorbereitung der Kommunalwahlen in 2019. Insgesamt kommen dazu 320 Delegierte aus den Kreisverbänden der SPD zusammen.

60 plus Heilbronn: Erinnerungen an das Kriegsende im Unterland

Der Nordheimer Manfred Plieninger (Bildmitte) plädierte vor SPD-Senioren für Frieden

Krieg und Frieden ist und bleibt für die SPD-Senioren ein Kardinalthema - erst recht für diejenigen, die den Zweiten Weltkrieg und/oder die Nachkriegszeit miterlebt haben. Bei der November-Veranstaltung der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus Heilbronn Stadt und Land im früheren Böckinger Rathaus (und ehemaliger Nazi-Zentrale), kam jetzt ein Zeitzeuge zu Wort, der einiges zum Kriegsende im Unterland 1944/45 zu berichten wusste: Manfred Plieninger aus der Heilbronner Nachbargemeinde Nordheim, Jahrgang 1932, seit über 50 Jahren SPD-Mitglied und 26 Jahre lang Gemeinderat.

„72 Jahre Frieden in Deutschland - das hat es noch nie gegeben!“ Manfred Plieninger wollte sich jedoch nicht mit dem Geschehen in seiner Lebenszeit begnügen, sondern das Phänomen von Kriegen grundsätzlich thematisieren. Der Referent erinnerte an die unzähligen (von urzeitlichen, biblischen bis zu den neuzeitlichen und aktuellen) kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Gruppen und Völkern, verbunden mit Hinweisen auf die millionenfachen Opfer.

Über das Kriegsende im Unterland, das Manfred Plieninger als 12 jähriger Bube erlebte, berichtete er authentisch und äußerst spannend: Der erste Ziviltote infolge Luftangriff am 17. Dezember 1940, weitere 4 Luftangriffe danach bis 1944. Am 10. September mit 279 Toten, dann vielfacher Alarm wegen „Bomber-Karle“ und schließlich die verheerenden Angriffe der Royal Air Force am 4. Dezember 1944 mit fast 7000 Toten und Zerstörung der Altstadt Heilbronn. Der junge Plieninger fand kurz danach das verwüstete Bahnhofsviertel völlig menschenleer vor. Nach Nordheim kam noch ein Haufen von versprengten Soldaten, dann wurde Nordheim am 5. April 1945 nach schweren Kämpfen von französischen Einheiten besetzt. Mühsam gelang den vorrückenden Amerikanern ein Brückenschlag über den Neckar nach Heilbronn. Nach elftägigem Kampf übernahm am 13. April die US-Militärregierung die Herrschaft über Heilbronn. Persönliche Erinnerungen und Erlebnisse aus den „schlimmen“ Zeiten wurden geschildert. Schließlich folgte noch ein Streifzug durch die Nachkriegszeit, den „Kalten Krieg“ und die nachfolgenden Konflikte und Kriege, dabei auch auf die Versuche eingehend, über die Gründung der UNO, die Welt etwas friedlicher zu machen. Leider ist das nicht überall gelungen. „Der Frieden ist und bleibt brüchig und verwundbar, aber er ist unser höchstes Gut“, so Manfred Plieninger.

Diesem Votum konnten die zahlreichen SPD-Senioren nur zustimmen. Und in einer regen Aussprache wussten viele von ihnen noch aus eigenem Erleben Erinnerungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit beizusteuern. (h.s)