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AG 60plus Rhein-Neckar

60 plus Heilbronn: Von den Mühen und Freuden der Rundfunkarbeit

Beim Monatstreffen der SPD-Arbeitsgemeinschaft Heilbronn Stadt & Land kann es auch mal heiter statt politisch zugehen. Der AG-Vorsitzende Sieghart Brenner hatte Wolfgang Walker gewinnen können. Wer kennt ihn nicht, den Stuttgarter Rundfunk-Mann mit der sonoren, warmherzigen Stimme, wohlbekannt von der nachmittäglichen Sendung jeden Werktag von 15 bis 16 Uhr, die er 26 Jahren lang moderierte: „U.A.w.g. – Um Antwort wird gebeten“.

Walker ist eigentlich Badener, 1946 in Mannheim geboren. In seiner Handwerker-Familie gab es ein großes Rundfunkgerät. Vor allem das Hörspiel um 17 Uhr faszinierte ihn. Da wollte er auch mal dabei sein, wenn auch nur als Hintergrundstimme. Auf ein ungelenkes Bewerbungsschreiben als 16Jähriger erhielt er vom SDR-Studio Heidelberg eine Einladung zu einer Mikrofonprobe mit sachlichem, engagierten und Mundart-Text. Als er dann in dem schalldichten Raum voller Enthusiasmus einen Text aus Werthers Leiden, gefärbt in Mannemer Dialekt, vortrug, war es aus. Abi, Studium und Sprechbildung wurde erstmal verlangt.

Nach Germanistik-Studium und Praktikum beim Südwestfunk kam er wieder zum Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart, allerdings nicht, wie angestrebt, in die Kultur- sondern in die Unterhaltungsredaktion. Aus dieser Zeit wusste Walker einige Anekdoten zu berichten („Zölibat ist eine priesterlose Ehe“), erst recht dann von seinen „Abenteuern“ auf dem Cannstatter Wasen, wo er die Betreiber der Fahrgeschäfte in voller Fahrt interviewen sollte. Für Walker waren die ersten Funk-Jahre „Learning by doing.“

Später interviewte Walker bekannte Mitbürger zu ihrem Lebenslauf. „40 Minuten Wort ohne Musikpassagen“. Begegnungen unter anderem mit Erich Kästner, Heinz Rühmann, Rudolf Platte, Paul Hörbiger, Johannes Heesters, O.E. Hasse, Peter Frankenfeld, Peter Ustinov, Elly Beinhorn, Lilly Palmer, Erika Köth. Über diese Gespräche wusste Walker amüsante Stories zu berichten.

Es folgte der Einsatz in der Frühsendung um fünf Uhr mit Rainer Nitschke „Gut aufgelegt“, wo er nicht immer so gut aufgelegt war. Die Sendung „Um Antwort wird gebeten -U.A.w.g." wurde zu seinem Markenzeichen. „Das war
soziales Radio" - da kamen alle möglichen Anliegen, Probleme und
Sorgen zu Wort, wurden Hilfen, mehr oder weniger wertvolle Gebrauchsgegenstände aus privatem Fundus sowie soziale Bekanntschaften und auch mal Tiere vermittelt, und „hinter den Kulissen“ mit einer Kollegin noch mit Rückrufen persönliche Fragen der Hörer/innen erörtert und geklärt. Nicht von ungefähr bekam Walker für diese Lebenshilfe-Sendung zweimal das Bundesverdienstkreuz. Und bei seiner letzten Sendung und Verabschiedung in den Ruhestand am 29. Juni 2007 in Hagnau am
Bodensee fanden sich mehr als 3000 Hörer/innen ein, um ihre Würdigung für
„U,A,w.g.“ als wichtiges soziales Bindeglied auszudrücken.

Die weitaus längste Zeit seiner Rundfunk-Jahre in Stuttgart erlebte Walker beim Süddeutschen Rundfunk bzw. - seit dem Zusammenschluss mit dem Südwestfunk (SWF) am 1. Oktober 1998 - dem Südwestrundfunk (SWR). Laut Walker hatte man damals noch „Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren“, wie es in dem Lied von Camillo Felgen heißt, das in der SDR-Sendung „Sie wünschen, wir spielen“ gut ankam. Doch das Alter nimmt Walker mit Humor. Stellvertretend dafür gab er ein Gedicht über dem Alter geschuldeten Beschwernissen und Vergesslichkeit zum Besten, aus einem von vier vergriffenen Bändchen, die entstanden sind aus Gedichtanfängen, die Hörer kannten und die von anderen Hörern vervollständigt wurden. Richtig lustig wurde es bei den SPD-Senioren, als Wolfgang Walker noch einige Sketche vortrug. (hs).

Ein guter Start in das neue Semester - mit mehr BAföG für mehr Menschen!

Diese Woche beginnt überall im Land das neue Semester – wir sind gemeinsam mit den Jusos Baden-Württemberg und der SPD-Fraktion im Landtag unterwegs, um allen Studierenden viel Erfolg für das neue Semester zu wünschen!

Für uns ist klar: Alle sollen, unabhängig von ihrer Herkunft, ohne existenzielle Sorgen studieren können. Damit es für mehr als Nudeln mit Ketchup reicht, hat die SPD im Bund dafür gesorgt, dass das BAföG so stark wie noch nie zuvor geöffnet wird. Das bedeutet: Mehr BAföG für mehr Menschen durch:

- eine Erhöhung des Grundfreibetrags, des Zuschlags für Kinderbetreuung und der Bedarfsätze,
- eine Erhöhung des Wohnzuschlags,
- eine leichtere digitale Antragsstellung,
- eine Anhebung der Altersgrenze und
- die Förderung von einem einjährigen Studium auch im Nicht-EU-Ausland
 

60 plus Heilbronn auf Erlebnistour rund um das Tal des Köpferbaches

Das Naturschutzgebiet Köpfertal im Osten der Stadt Heilbronn ist in und um Heilbronn ein Begriff für Naturerlebnis. Und so folgten der Einladung der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus Heilbronn Stadt & Land zur schon traditionellen Sommerwanderung durch das „Köpfertal“, 25 SPD-Seniorinnen und Senioren, um dieses naturnahe Erholungsgebiet erstmals kennen zu lernen oder es wieder einmal zu erleben. Was man auf dieser rund vier Kilometer langen Wanderstrecke in zweieinhalb Stunden sehen und erfahren konnte, war natürlich auch den besonderen Kenntnissen des „Wanderführers“ und AG-Vorsitzenden Sieghart Brenner, bekanntlich ehemaliger Förster, zu verdanken.

 

Das 1985 vom Regierungspräsidium Stuttgart als „Naturschutzgebiet Köpfertal“ bestimmte Refugium erstreckt sich auf einer Fläche von 32 ha und stellt eine ökologisch wertvolle Fläche für Erholung und Schutz naturnaher Lebensräume mit reicher Flora und Fauna dar. Im Köpfertal wechseln sich Wiesen sowie Feucht- und Waldgebiete ab. Typische Baumarten, Sträucher, Stauden, Gräser, Blüten und Kräuter bilden die bachbegleitende Vegetation. Besonders erwähnenswert sind die Kopfweiden, die möglicherweise dem Bachtal den Namen gegeben haben. Es ist dies keine eigene Baumart, sondern ihre charakteristische Form Ergebnis regelmäßiger Beschneidung - „Köpfen“ von einzelnen Rot- und Bruchweiden - heute durch den Naturschutzbund (NABU). Deren Ruten, normalerweise zum Korbmachen verwendet, wurden in den nahen gelegenen Weinbergen zum Binden der Reben genutzt. Über die Köpfer-Stauanlage, 1935 an Stelle eines seit altersher bestehenden Sees angelegt, kommt man nach etwa einem Kilometer an die „Köpferanlage“. Diese wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch den Heilbronner Verschönerungsverein geschaffen: Kapelle mit Mönchskopf, gefasster Brunnen, kleiner Teich, Sitzmöglichkeiten, Steinbrückchen. Dann der frühere „Musikpavillon“, in dessen Inneren ein aufgeschlagenes dickes Buch aus Holz, die „Köpfer-Sage“ mittels eingeritzter Schnörkelschrift wiedergibt.

 

Auf dem Rückweg über einen Teil des Skulpturenwegs kann man feine Holzfiguren betrachten, die mit der Kettensäge geschnitzt wurden. Weiter geht es auf dem Köpferweg, an einem Bunkermauerrest des ehemaligen Schießstandes befindet sich eine Gedenktafel. Zusammen mit den im Jahr 2010 verlegten „Stolpersteinen“ wird an die Hinrichtung von 24 französischen Widerstandskämpfern durch die Gestapo im August 1944 erinnert. Ein Abstecher führt zum „Ehrenfriedhof“, der 1944 angelegt wurde, um viele Opfer (über 7000 Tote) des Fliegerangriffs auf die Heilbronner Innenstadt am 4. Dezember zu beerdigen. Nach kurzem Weg, wieder durch das untere Köpfertal, sieht man zwischen Wald- u. Parkgelände das städtische Senioren-Pflegeheim Katharinenstift. Das Ende des Köpferbachs ist erreicht, denn jenseits der Straße wird aus dem Köpfer- der Pfühlbach. Dieser speist mit noch einigen Quellen den Trappensee und im Pfühlpark den Pfühlsee, ehe er verdolt in der Heilbronner Innenstadt in den Neckar mündet.

 

Sieghart Brenner